Das Patenschaftsgrab des Monats


Wir fügen jeden Monat ein neues Grab zu unserer Datenbank hinzu. Das aktuellste Grab finden Sie also jeden Monat zuerst hier auf dieser Seite einzeln vorgestellt. Schauen SIe also gern regelmäßig vorbei!



Grab des Monats: August


Grab Schreiber

 

Ort: Alter Friedhof Klotzsche,
Abt. A 14/ 13-15

 

Letzte Beisetzung: 14.06.1940

 

Das Grabmal für Anna Camilla Schreiber aus dem Jahre 1922 besticht durch seine klare architektonische Gliederung und mit seiner einzigartigen Lage mit Blick über die Gartenstadt Hellerau.

 

Das Relief im Mittelteil zeigt die Grablegungsszene, die Ecken der Dreiecksverdachung werden von kleinen Akroterien geschmückt.

Das in Muschelkalk gearbeitete Grabmal bedarf einer schonenden Reinigung, festsitzende Krusten müssen manuell entfernt werden. Offene Stellen sollten geschlossen werden um weitere Schädigung durch Wassereintrag zu verhindern. Die einstige Inschrift auf dem Sockel ist leider zu großen Teilen abgewittert.

Die Grabfläche muss gärtnerisch neu gestaltet und gegebenenfalls mit einer Hecke eingefriedet werden.

Die Nachbeschriftung kann auf separaten Liegesteinen erfolgen.

 


Grab des Monats: Juli


Grab Netto und Aselmeyer

Ort: Tolkewitz, Johannisfriedhof Dresden

Letzte Beisetzung: 1947 

Sanfte Ruhe im Park:
So erscheint die Grabstätte der Familien Netto und Aselmeyer auf dem Ev.-Luth. Johannisfriedhof in Dresden Tolkewitz. Sie befindet sich auf der rechten Seite des Hauptweges von der Feierhalle zum Andachtsplatz.

Die Grabstätte erinnert an eine leichte, neobarocke Parkarchitektur. Statt düsterer Anspielungen auf den Tod strahlt die Ruhestätte in einem Wechselspiel von Abgrenzung und Öffnung, von schwingender Rahmung und durchbrochener skulpturaler Ausschmückung, eine sanfte Ruhe aus.

Die Anlage geschaffen in fossilführender Kalkstein (so genannter „Fränkischer Muschelkalk“), wird von einer Brüstung umfangen. Zwei Pfosten, gekrönt mit ornamentgeschmückten Pflanzgefäßen, bilden den Eingang. Dieser lenkt den Blick auf die hohe Mittelstele mit der Bronzetafel, die die Grabstätte an der Rückwand dominiert. Blumengewinde (Festons) aus Immortellen schmücken sowohl Stele als auch Tafel. Die Blüten der Immortellen (italienische Strohblume) scheinen unsterblich zu sein, da sie nicht wirklich Verblühen, sondern strohartig werden und in leuchtendem Gelb in der Natur verbleiben. In den durchbrochenen, reich verzierten Brüstungen seitlich der Stele knien zwei Putti, die ein Trauertuch befestigen. Zwei Bänke an den Seitenbrüstungen gewähren den Hinterbliebenen stille Andacht.

In der Gruft wurden die Mitglieder der Familien Netto und Aselmeyer bestattet. Im November 1947 erfolgte die letzte Bestattung von Hadrian Walter Netto (1882-1947), ein zu seiner Zeit bekannter Schauspieler, welcher ab 1920 in über 40 Stummfilmen und Tonfilmen mitwirkte.

Der Entwurf für diese Grabstelle stammt von Wilhelm Kreis (1873–1955), welcher auch das Deutsche Hygiene-Museum schuf. Die Bauplastik modellierte dessen Bruder Fritz Kreis. Die Bronzetafel trägt die Signatur von Bildhauer Felix Reinhold Voretzsch (1873-1951).

Die Grabstätte ist ein herausragendes Beispiel einer künstlerisch gelungenen Gestaltung im Reformstil. Sie gehört zu den 23 national bedeutenden Grabstätten auf unserem Friedhof. Leider verfiel diese in den letzten Jahrzehnten immer mehr, da sich niemand mehr um die Erhaltung und Pflege kümmerte.

Mit Hilfe von Fördermitteln aus dem Bundesfördermittelprogrammes für national wertvolle Kulturdenkmale des Bundesministeriums für Kultur und Medien gelang im vergangenen Jahr die Restaurierung.

Wir freuen uns auch für diese Grabstelle Grabpaten gewinnen zu können.


Grab des Monats: Juni


Grabstelle Schreiber

Ort: Löbtau, Neuer Annenfriedhof
Stellenbezeichnung: östGr 156

Erste Beisetzung: 1920
Letzte Beisetzung:

Der Baumeister von unter anderem der benachbarten Friedenskirche hat seiner Familie hier eine wahrlich monumentale Grabanlage gewidmet. Im Giebel thronen die Innungssymbole seines Gewerbes an dem massiven Granitgrabmal. Ein marmorner Engel steht trauernd vor einer verschlossenen Tür. 

Die Graniteinfassung schließt -optisch ähnlich einem Zaun- einen relativ großen Grabbereich ein, in dessen Zentrum eine noch nutzbare Gruft mit schlichtem Metalldeckel mit Kreuz liegt. Die Einfassung musste leider aus Standsicherheitsgründen bereits Schritt für Schritt abgebaut werden. Die einzelnen Teile sind jedoch vollständig und unversehrt und müssten lediglich neu gesetzt werden. Das Hauptgrabmal selbst ist standsicher und bedarf nur einer Reinigung und einer Neuverfugung.

Der Gruftdeckel hat Rostschäden und muss vermutlich ersetzt werden. Den größten Aufwand wird jedoch sicherlich die Restaurierung des bezaubernden Marmorengels mit sich bringen, der leider bereits unter den Einflüssen der Witterung leidet und konservatorisch behandelt werden muss.

Die Mühen werden mit einer einzigartigen Grabanlage belohnt, die gerade Grabpaten mit grünem Daumen viel zu bieten hat und über eine der wenigen noch nutzbaren Grüfte auf dem Neuen Annenfriedhof verfügt. Im Falle eigener Beisetzungen kann eine Namensnennung allerdings nur auf der linken Seite des Grabmals oder auf zusätzlich aufgestellten Grabplatten erfolgen, da der ehemalige Grabeigentümer von großer lokaler Bedeutung war.